Herzlich Willkommen auf den Internetseiten der Charité – Universitätsmedizin Berlin, einer gemeinsamen Einrichtung der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin.

Um direkt zu entsprechenden Bereichen zu springen verwenden Sie die Sprungmarken wie folgt:

Metanavigation:

Hier finden Sie den Zugang zur Notfallseite, Kontaktinformationen, Barrierefreiheits-Einstellungen, die Sprachwahl und die Suchfunktion.

Navigation öffnen

Sie befinden sich hier:

Telemed5000 „Entwicklung eines intelligenten Systems zur telemedizinischen Mitbetreuung von großen Kollektiven kardiologischer Risikopatienten“

Ziel des Projektes ist die Verbesserung der medizinischen Betreuung von Patienten mit Chronischer Herzinsuffizienz unter Einsatz eines durch künstliche Intelligenz (KI)-unterstützten Remote Patient Management Systems. In Deutschland leiden ca. 2,5 Millionen Patienten an einer chronischen Herzinsuffizienz (1). Jährlich erfolgen 455.680 stationäre Behandlungen (2017) von ca. 200.000 betroffenen Patienten (2). Die Herzinsuffizienz (HI) stellt damit den häufigsten Grund für krankheitsbedingte Krankenhausaufenthalte dar, mit jährlichen Therapiekosten von fast 5,3 Milliarden Euro (2015)(3). Dabei entstehen ca. 85% der Kosten durch stationäre Aufenthalte (4). Es ist daher eine große Herausforderung, durch eine Verbesserung der (ambulanten) Herzinsuffizienz- Betreuung die Anzahl der Krankenhausaufenthalte zu senken.

Eine telemedizinische Mitbetreuung (in Form einer RPM – Remote Patient Management Betreuung) von Hochrisikopatienten in Ergänzung zur Präsensbetreuung durch Haus- und Fachärzte zur Vermeidung von HI-Hospitalisierungen und Reduktion der Gesamtmortalität ist evidenzbasiert. Die TIM-HF2 Studie hat erstmals bei 1.538 HI-Patienten gezeigt, dass durch eine zusätzliche 1-jähriges RPM-Betreuung die 1-Jahressterblichkeit um 3% gesenkt werden konnte (5).

Es fehlt jedoch an technischen Innovationen, die eine Umsetzung der telemedizinischen Mitbetreuung für die ca. 200.000 betroffenen Patienten in Deutschland überhaupt ermöglicht. Eine lineare Skalierung, der in der TIM-HF2 Studie verwendeten Telemedizintechnologie würde allein in Deutschland den Aufbau von 200 Telemedizinzentren (TMZ) erfordern, die im 24/7 Betrieb arbeiten 1 Telemedical Interventional Management in Heart Failure II (TIM-HF2, NCT01878630, durchgeführt 2013-2018 unter Leitung der Charité, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Projektes „Gesundheitsregion der Zukunft Nordbrandenburg – Fontane“ müssten, um pro Zentrum 500-750 Patienten täglich klinisch zu bewerten. Das ist finanziell und personell ein unrealistisches Umsetzungsszenario. Bisher gibt es kommerzielle technische Lösungen nur für eine Betreuungskapazität von max. 150 Patienten pro TMZ.

Das Hauptziel des Projektes ist deshalb die Erarbeitung einer Systemlösung, die eine RPM-Betreuung großer Patientenzahlen in der Regelversorgung technisch möglich macht, unter dem Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) in der Vorprozessierung der täglich im TMZ eingehenden Vitaldaten. Dadurch soll eine Betreuungskapazität von 5.000 Patienten pro TMZ mit gleichem Personal erreichbar sein, was den Bedarf auf 20 TMZ (ca. 1-2 pro Bundesland) reduzieren würde.

Im Rahmen des Projektes werden drei klinische Studien durchgeführt. Die Studie Telemed5000-Stimme sowie Telemed5000-Covid-19 sind bereits gestartet.

Laufzeit: 2019-2022

 

Konsortialpartner:

 

Assoziierte Partner:

Weiterführende Informationen:

 

Quellen: 

  1. Holstiege J, et al. Prävalenz der Herzinsuffizienz – bundesweite Trends, regionale Variationen und häufige Komorbiditäten. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 18/09, 2018.
  2. Statistisches Bundesamt, Krankenhauspatienten. Die 20 häufigsten Hauptdiagnosen der vollstationär behandelten Patienten insgesamt 2017. 2018, Wiesbaden.
  3. Statistisches Bundesamt, Krankheitskosten: Deutschland, Jahre, Krankheitsdiagnosen (ICD10). 2018: Wiesbaden.
  4. Neumann T et al. Heart failure: the commonest reason for hospital admission in Germany: medical and economic perspectives. Dtsch Arztebl Int, 2009. 106(16): p. 269-75.
  5. Koehler F.et al. Efficacy of telemedical interventional management in patients with heart failure (TIM-HF2): a randomised, controlled, parallel-group, unmasked trial. Lancet, 2018. 392(10152): p. 1047-1057.