Was ist Telemedizin?

Patient beim Blutdruckmessen

Patient beim morgendlichen Blutdruckmessen

Das Bild illustriert, wie Telemedizin funktionieren kann. Ein Patient misst beim morgendlichen Frühstück den Blutdruck. Das Besondere: Das Blutdruckmessgerät ist mit einem „Sender“ ausgestattet, der die Blutdruckwerte automatisch und drahtlos an ein ärztlich und pflegerisch besetztes Telemedizinisches Zentrum überträgt. Dabei werden innovative Übertragungstechniken aus der Telekommunikation eingesetzt (deshalb: Telemedizin). In einem Telemedizinischen Zentrum prüfen medizinisches Personal zeitnah die Blutdruckwerte und andere Gesundheitsparameter, beispielsweise Gewicht oder EKG. Bei Auffälligkeiten setzen sie sich mit dem Patienten in Verbindung - Veränderungen können so früh erkannt und eine medizinische Behandlung rechtzeitig eingeleitet werden.

Kurz gefasst: Im Unterschied zur Präsenzmedizin wird bei der Telemedizin die räumliche Distanz zwischen Patienten und Therapeuten mit Hilfe von Telekommunikation (z. B. Mobilfunk oder Internet) überwunden.

Welche Formen der Telemedizin gibt es?

  • Telemedizin nützt Ärzten untereinander zur Übermittlung von Patientendaten, zum Einholen von Zweitmeinungen und zum Wissensaustausch („doc2doc“-Telemedizin). Sie wird in der medizinischen Weiterbildung, bei besonders komplizierten Fällen oder in entlegenen Gebieten eingesetzt.
  • Telemedizin wird aber auch in der direkten Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Patienten angewandt („doc2patient“-Telemedizin). Dabei werden vor allem Gesundheitswerte überwacht, aber auch bei Bedarf Diagnosen gestellt und Therapien eingeleitet.

Die zweitgenannte Form der Telemedizin wird durch die aktive Beteilung der Patienten und des ärztlichen und pflegerischen Personals eines telemedizinischen Zentrums erfüllt.

Unser telemedizinisches Zentrum ist von Fachärzten und Fachpflegern besetzt. Fachärzte stellen bei auffälligen Messwerten Diagnosen und koordinieren gemeinsam mit den Fachpflegern notwendige Maßnahmen: Im Normalfall benachrichtigen sie den Patienten und seinen betreuenden Haus- oder Facharzt. Wenn dieser z.B. am Wochenende nicht erreichbar ist, leiten sie selbst eine Therapie ein (wie Dosisanpassungen von Medikamenten). Im akuten Notfall können sie unmittelbar einen Notarzt schicken und Erstmaßnahmen telefonisch unterstützen (z.B. Herz-Lungen-Wiederbelebung oder EKG-Dauermessung, dabei wird die EKG-Messung über einen beliebigen Zeitraum in Echtzeit an das Telemedizinzentrum übertragen).

 

Eine Präsentation zum aktuellen Forschungsstand der Telemedizin können Sie hier (pdf, 2,6MB).

 

Das folgende Bild beschreibt den Aufbau der telemedizinischen Mitbetreuung, wie sie in dem Projekt "Gesundheitsregion der Zukunft Nordbrandenburg - Fontane" Anwendung finden wird: